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Artikel des Monats Oktober 2017

vorgestellt von Prof. Dr. med. Matthias David

Sophia Chae et al.

Reasons why women have induced abortions: a synthesis of findings from 14 countries.

Contraception Volume 96, Issue 4, October 2017, Pages 233-241

 

Es wurden repräsentative Daten aus 14 Ländern, davon neun sog. Entwicklungsländer, ausgewertet, wobei auf offizielle Statistiken, Registerdaten und populationsbasierte Studien zurückgegriffen wurde. Daten aus Deutschland sind nicht darunter. Die ausgewerteten Daten stammten aus den Jahren 2004 bis 2011. Für jedes Land wurden die Hauptgründe für einen Schwangerschaftsabbruch berechnet. Soweit angegeben, fanden auch soziodemographische Angaben wie Alter, Bildung, Familienstand u.a. Berücksichtigung. Die angegebenen Gründe für eine Abruptio wurden in sieben Kategorien unterteilt: Aufschieben der Schwangerschaft auf späteren Zeitpunkt, abgeschlossene Familienplanung, sozioökonomische Gründe, Probleme in der Partnerschaft, zu jung für eine Schwangerschaft, Risiken für die mütterliche Gesundheit und medizinische Risiken in Bezug auf den Fetus, andere Gründe.

Der in den meisten einbezogenen Ländern genannte Hauptgrund für einen Schwangerschaftsabbruch waren sozioökonomische Gründe und Begrenzung der Kinderzahl („Geburtenkontrolle“). Häufig haben die betroffenen Frauen mehrere Gründe für die Entscheidung angegeben. Unter Beachtung der Limitation dieser Datenauswertung von 14 Ländern weisen die Autoren darauf hin, dass Frauen offenbar sehr unterschiedliche Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch haben können. Diese scheinen zwischen den Ländern etwas zu variieren und manchmal auch innerhalb eines Landes je nach soziodemographischen und kulturellen Einflussfaktoren, der Qualität der Gesundheitsversorgung, gewünschter Kinderzahl sowie Zeitpunkt und Abstand der Geburten, dem Grad der „sozialen Stigmatisierung“ sowie der vorhandenen Unterstützung in der Schwangerschaft. Die Untersuchungsergebnisse zeichnen ein weltweites Bild der Umstände, die die Entscheidung der Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch und die potentiellen Konsequenzen für eine ungewollte Schwangerschaft beeinflussen. Wegen der möglichen Folgen einer ungewollten Schwangerschaft und deren Abbruch auch für das weitere Leben der Betroffenen empfehlen die Autoren für weitere Untersuchungen eine vertiefende Eruierung der persönlichen, sozialen, ökonomischen und medizinischen Faktoren, die zu einem Schwangerschaftsabbruch führen.

In diesem Zusammenhang soll auf zwei aktuelle Arbeit im Kontext des o.g. Artikels hingewiesen werden: (1) Charlotte Kanstrup et al. Women’s reasons for choosing abortion method: A systematic literature review. Scandinavian Journal of Public Health 2017; 1–11; DOI: 10.1177/1403494817717555; (2) Franz Hanschmidt et al. Abortion Stigma: A Systematic Review.  Perspectives on Sexual and Reproductive Health 2016; 48 (4) 169-177.

Matthias David, Oktober 2017

Prof. Dr. med. Matthias David

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