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46. Jahrestagung der DGPFG 2017

Weiter- und Fortbildungsveranstaltung der Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG Berlin)

Vom 1. bis 4. März 2017 fand in Dresden die 46. Jahrestagung der DGPFG zum Thema „Das Eigene und das Fremde“ statt. Damit kehrte die DGPFG nach ihrem ersten Dresdner Kongress  im Jahr 2000 zum Thema „Lebenserwartungen“ wieder an den Ort zurück, wo im Rahmen der damaligen Tagung auch die Fusion der ost- und westdeutschen gynäkologisch-psychosomatischen Fachgesellschaften zur gemeinsamen Gesellschaft mit dem neuen Namen „DGPFG“ stattfand.

In einem berührenden Festvortrag wurde von Mechthild Neises und Arndt Ludwig der mehrjährige und sensibel ausgehandelte Vereinigungsprozess der beiden Gesellschaften dargestellt. Durch persönliche Erinnerungen und Reflexion der damaligen Auseinandersetzung um die Bewahrung des „Eigenen“ und die Annäherung an das „Fremde“ in diesem Prozess wurde gleichzeitig das Thema der diesjährigen Tagung aufgegriffen und eingeführt.

Das Get-together erhielt einen besonderen und festlichen Rahmen durch das einfühlende Gitarrenspiel der niederländischen Komponistin und Gitarristin Karlijn Langendijk: eine besondere Überraschung unseres Präsidenten Wolf Lütje, der die junge Musikerin dafür eingeladen hatte.

Bei der Vorbereitung dieser Tagung war es ein wichtiges Anliegen der Vorbereitungsgruppe, den interkulturellen Blick als Roten Faden in die verschiedenen Aspekte der gynäkologischen und psychosozialen Versorgung einzubringen, dabei bekannte psychosomatische Themen aus unserem Fachgebiet unter neuem Blickwinkel ebenso zu betrachten, wie auch neue und bisher „fremde“ Themen aufzunehmen. Nicht nur mit dem Thema „Prostitution“ als Hauptvortrag und interaktiver Podiumsdiskussion wurde dieses Konzept von den mehr als 370 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr positiv aufgenommen, wie die hohe Teilnahmerate und durchweg gute Resonanz zeigte. Auch die Hauptvorträge der vier Vortragskomplexe, besonders zu den Themen „Fremdgängerinnen in der Reproduktionsmedizin“, „Resonanz in der psychosomatischen Gynäkologie – Motive älterer Frauen für die gynäkologische Früherkennung“, „Globalisierung des Kreißsaals“ und „Dem Symptom die Sprache geben“ begeisterten das Plenum durch ihre Lebendigkeit und Praxisnähe.

In fünf Gruppen, darunter zwei Tanz- bzw. kunsttherapeutischen Gruppen mit hohem Selbsterfahrungsanteil, zehn Workshops, der Vorstellung von zwei interdisziplinären Netzwerken zur Versorgung von Migrantinnen und im Kontext „Früher Hilfen“, erfreulich vielen wissenschaftlichen Kurzvorträgen und Postervorstellungen sowie Leitlinien-Updates konnten die Themen, die den gesamten Lebenszyklus der Frau umfassten, vertieft werden. Von der Sexualität über die Reproduktionsphase, Schwangerschaft, Pränataldiagnostik, Wochenbett, peripartale psychische Störung, Wechseljahre , Erkrankungen und Traumafolgen bis zum Altern, stets mit Blick auf den gesellschaftlichen Bezug und oft im Kontext von Migration und Flucht, von Beziehung und Auseinandersetzung zwischen eigenen und fremden Anteilen sowohl bei BehandlerInnen als auch Patientinnen wurden diese Themen vorgestellt, reflektiert und diskutiert. Alle diese Veranstaltungen wurden sehr gut besucht und mit positivem Echo angenommen, wie die Evaluation zeigt. Die Atmosphäre der Tagung war geprägt von großer Offenheit, Respekt und Sensibilität bei den Diskussionen auch zu schwierigen Themen, von Freundlichkeit und auch Humor.

Dazu trug nicht zuletzt die Verleihung eines symbolischen „Oscar“ (einschließlich der Übergabe einer entsprechenden Goldstatue) durch den Präsidenten der DGPFG, Wolf Lütje an das wissenschaftliche Vorbereitungskomitee bereits bei der Eröffnungsrede für „ das beste Programm“ bei.

Auch der ausgebuchte Festabend im „Italienischen Dörfchen“, mit historischem Ambiente und mitten im barocken Zentrum der Stadt gelegen, war mit viel Fröhlichkeit bei den Anwesenden verbunden. Heiterkeit brachten die sächsischen Einlagen der Kabarettistin Birgit Schaller von der „Herkuleskeule“, und die Gruppe „Krambambuli“ sorgte für beste Stimmung, die sich in der gewohnten Tanzfreudigkeit der DGPFG-Mitglieder und ihrer Gäste bis spät in die Nacht fortsetzte.

Ein rundum positives Resümee der Tagung zog der DGPFG-Präsident Wolf Lütje bei der Abschlussveranstaltung am Samstag. Wiederum konnten in diesem Rahmen zahlreiche Vortrags- und Posterpreise für die besten Beiträge der Tagung verliehen werden, ebenso wurden die Forschungs- und Promotionspreise der DGPFG und Kongressstipendien vergeben. Eine auffallend hohe Zahl von Studierenden als TeilnehmerInnen der Tagung zeigt, dass diese bewährte Form der Anerkennung offensichtlich Früchte trägt.

Ebenso erfreulich war die verstärkte Einbeziehung von Hebammen beim Kongress sowohl als Teilnehmerinnen als auch mit der Gestaltung eines eigenen Workshops zu den Erfahrungen aus der Hebammenarbeit bei der Begleitung geflüchteter Frauen.

Von der Vorbereitungsgruppe wurde der Staffelstab für die nächste Jahrestagung, die als Dreiländertagung 2018 in Wien stattfindet, an das Wiener Team übergeben; Frau Beate Wimmer-Puchinger war aus Wien angereist und lud mit einer packenden Präsentation herzlich dazu ein.

Herzlichen Dank auch für Ihren Beitrag!

Ihre Dorothea Schuster im Namen der Vorbereitungsgruppe

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