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Artikel des Monats Mai 2017

vorgestellt von PD Dr. med. Friederike Siedentopf

Epstein RM, Duberstein PR, Fenton JJ, Fiscella K, Hoerger M, Tancredi DJ, Xing G, Gramling R, Mohile S, Franks P, Kaesberg P, Plumb S, Cipri CS, Street RL Jr, Shields CG, Back AL, Butow P, Walczak A, Tattersall M, Venuti A, Sullivan P, Robinson M, Hoh B, Lewis L, Kravitz RL.

Effect of a Patient-Centered Communication Intervention on Oncologist-Patient Communication, Quality of Life, and Health Care Utilization in Advanced Cancer: The VOICE Randomized Clinical Trial.

JAMA Oncol. 2017 Jan 1;3(1):92-100. doi: 10.1001/jamaoncol.2016.4373.

Es gibt außerhalb von Beobachtungsstudien wenig Daten zum Zusammenhang zwischen patientenzentrierter Kommunikation, Lebensqualität  (QOL) und angewendeter Therapiestrategien bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen.  In der vorliegenden US-amerikanischen randomisiert-kontrollierten Studie wurde untersucht, inwieweit eine psychoonkologische Gesprächsintervention, die Onkologen, Patienten und weitere Betreuungspersonen beteiligt zu einer Verbesserung  der Kommunikation, der Lebensqualität und dem Einsatz von weniger invasiven Behandlungsstrategien am Ende des Lebens beitragen kann.

Es nahmen 38 Onkologen (mean age 44,6 Jahre; 11 (29%) weiblich) und 265 erwachsene Patienten mit fortgeschrittenen, nicht-hämatologischen Krebserkrankungen (mean age 64,4 Jahre, 146 [55.0%] weiblich, 235 [89%] weiß; Follow-up für 3 Jahre) an der Studie teil. 194 Patienten hatten zusätzlich weitere teilnehmende Betreuungspersonen.

Die Onkologen  erhielten ein Kommunikationstraining während die Patienten individualisiertes Coaching erhielten, um zu lernen, ihre Bedürfnisse besser identifizieren sowie an die behandelnden Onkologen adressieren zu können.  Beide Interventionen fokussierten auf Aspekte wie darauf, dass auf Emotionen besser eingegangen werden sollte, Informationsweitergabe an die Patienten über Prognose  und Behandlungsoptionen angemessen erfolgte. Die Kontrollgruppe erhielt kein Training.

Primäres outcome -Instrument war die Auswertung von  Tonaufnahmen der Patientengespräche nach dem Training oder nach dem Stuideneinschluss im Falle der Kontrollgruppe. Sekundäre Studienziele umfassten  die Arzt-Patienten-Beziehung, das Verständnis der Prognose, QOL und die Anzahl von aggressiven Behandlungen und Hospizaufenthalt in den letzten 30 Tagen des Lebens.

Nach statistischer Auswertung zeigte sich, dass die Interventionsgruppe statistisch-signifikante verbesserungen der Arzt-Patineten-Kommunikation aufwies  (adjusted intervention effect, 0.34; 95% CI, 0.06-0.62; P = .02). In den sekundären Studienzielen ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass eine kombinierte Intervention, die sowohl an die behnadelnden Onkologen als auch an die Behandelten gerichtet ist, eine positive Auswirkung auf die Arzt-Patienten-Kommunikation hat, aber keine Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringt oder Behandlungsstrategien am Ende des Lebens beeinflusst.

Kommentar:

Das Sprechen über Tod und Sterben und Therapiebeendigung ist eine der schwersten ärztlichen Aufgaben, noch dazu wird es in der Ausbildung wenig gelehrt. Betrachtet man die

Aussagen dazu in der S3-LL Palliativmedizin, bewegen sich diese auf dem  Level der Expertenmeinung. Durch das in der Studie vorgestellte Kommunikationstraining kann evtl.  Vertrauen gebildet und/oder erhalten werden. Erreichbare Ziele können gemeinsam formuliert werden und so zu einer Verbesserung der Versorgung am Lebensende beitragen.

Friederike Siedentopf, Mai 2017

PD Dr. med. Friederike Siedentopf

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