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Artikel des Monats Februar 2017

vorgestellt von Prof. Dr. med. Matthias David

Vollmer L. et al.
Strategien zur Streßbewältigung bei Kinderwunsch-Behandlung
Coping Strategies Are Interrelated – Implications for Targeted Psychological Counseling. Geburtsh Frauenheilk 2017; 77: 52–58

Unfruchtbare Frauen und Männer können im Verlaufe der reproduktionsmedizinischen Behandlung oder auch schon davor unter einer höheren Stressbelastung leiden. Die erhöht u. U. das Risiko, eine Depression oder Angststörung zu entwickeln.

Die Arbeitsgruppe von Vollmer und Koll. (2017) hat fast 300 Frauen und Männer mit einem besonderen Fragebogen und einer „Bewältigungsskala“ untersucht. Die Daten der Paare, die sich in einem universitären Kinderwunschzentrum vorgestellt hatten, wurden auch miteinander verglichen („Frau vs. Mann“).

Bei den befragten Frauen war eine aktive Vermeidungsstrategie positiv mit einem höheren Risiko für Depression und Ängstlichkeit verbunden, während bei Männern eine sinngebende Bewältigung negativ mit dem Risiko, eine Depression oder Angststörung zu entwickeln, korrelierte.

Bei Gegenüberstellung der Einzelergebnisse eines Paares war nachweisbar, dass Frauen und Männer, die eine aktive Vermeidungsstrategie verfolgten, höhere Risikowerte aufwiesen (einzeln=Akteureffekt und als Partner=Partnereffekt).

Vollmer et al. schlussfolgern, dass diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass bestimmte Bewältigungsstrategien eine schützende Wirkung haben, während andere das Risiko einer emotionalen Fehlanpassung bei unfruchtbaren Paaren erhöhen können. Die Betroffenen könnten in Kenntnis eines solchen Risikos gezielt eine psychologische Beratung erhalten.

Prof. Dr. med. Matthias David

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